Es geschah zwei Tage nach dem mich die Hexe geschossen hatte. Ich konnte mich nicht bücken und musste beim Arzt in die Knie gehen, um meinen Schirm aus dem Schirmständer zu holen.
Als ich nach Hause kam, fand ich einen älteren, um nicht zu sagen, überholten Beitrag in Form eines Gedichts von mir in unserer lokalen Monatszeitschrift.
Das Gedicht war versteckt platziert, weit unten auf der Seite 11, gleich neben dem Rezept für das erfrischende Getränk aus Holunder. Der Redakteur dieser Zeitschrift hatte vor einem Jahr eine Kurzgeschichte von mir veröffentlicht. Die restlichen Manuskripte, auch das Gedicht, schickte er mir zurück mit der Begründung, sie seien zu direkt, oder aufrührerisch. Kurz … er dürfe das nicht veröffentlichen.
Während ich am Küchentisch saß und mir den schmerzenden Rücken hielt, überlegte ich, woher der Mann das Gedicht hatte.
Mein Blick fiel auf das Rezept für das Holundergetränk: „¼ l Weinessig, 10 Holunderdolden und eine Zitrone mit zehn Litern Wasser ansetzen“ …Man hat es nicht leicht hier in der Provinz, wenn man seine Gedichte an die Öffentlichkeit bringen will, dachte ich.
„Hiernach siebt man die Flüssigkeit ab, füllt sie in Flaschen und stellt sie luftdicht in den Keller.“
Christiane Rühmann
12. Februar, 2012 | #
Heidrun Böhm
21. Januar, 2012 | #
dann ist es nur allzu verständlich und ergibt einen vollkommen anderen Sinn.
Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein...
Christiane Rühmann
23. Dezember, 2011 | #
Heidrun Böhm
23. Dezember, 2011 | #